Qi Gong
Was ist Qi Gong
Die Vier Regulationsmethoden - Die Basismethoden
Herz Qi Gong - Leitbahnen und Funktionskreis bezogene Methode
Nieren Qi Gong - Leitbahnen und Funktionskreis bezogene Methode
Lungen Qi Gong - Leitbahnen und Funktionskreis bezogene Methode
Die Sechs Laute Methode
Was ist Qi Gong
China gilt Heimat des Qi Gong. Es blickt auf eine rund 4000 Jahre alte Tradition zurück.
Erste schriftliche Aufzeichnungen finden sich im "Klassiker des Gelben Kaisers"
ca. 2600 - 2500 vor Christus.
Qi heißt übersetzt soviel wie Lebensenergie bzw. Lebenskraft.
Diese Lebenskraft eines Menschen ist abhängig von verschiedenen Einflüssen.
Sie kann verschleudert oder aber auch gepflegt und genährt werden.
Die Qualität der Lebensenergie zeigt sich zum Beispiel:
- in geistiger Wachheit
- als Mut
- Inspiration
- Kreativität
- in Körperkraft
- in der Fähigkeit, etwas auszuhalten
- Dinge gelassen hinzunehmen
- in der Möglichkeit der Initiative
So schwierig es ist, Vitalität und Lebenskraft mit einfachen wenigen Worten zu definieren, so schwer lässt sich das Konzept des Qi erschöpfend erklären.
Qi ist ein Aspekt der feinstofflichen Materie.
Qi umgibt uns.
Qi durchdringt uns.
Qi ist die Kraft, die alles belebt, die alles Lebendige durchströmt.
Unter Qi Gong werden verschiedene Übungen zusammengefasst, deren Gemeinsamkeit die Stärkung der Lebenskraft ist.
- Diese dienen der generellen Gesunderhaltung,
- der Kräftigung,
- der Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten,
- der Linderung von Schmerzen,
- Förderung der spirituellen Entwicklung.
Qi Gong versteht sich als ganzheitliches System mit Selbstheilungstechniken und Meditation. Es umfasst ein ständig fortentwickeltes Verfahren aus
- gesundheitsfördernden Körperhaltungen
- Bewegungen
- Selbstmassage
- Atemtechnik
- Meditation
Durch diese verschiedenen Übungsmethoden wird die Lebensenergie Qi im Körper gesammelt, gespeichert und bewegt, ähnlich wie in der Akupunktur.
Im Qi Gong lernen Sie ihre Lebenskraft Qi wahrzunehmen, mit Hilfe ihrer geistigen Vorstellungskraft und verschiedenen Körperhaltungen in den Meridianen, den Leitbahnen, zu führen und zu aktivieren, um so zu innerer Harmonie und Entspannung zu gelangen.
Die Tatsache, dass wir ständig verschiedenen Stressfaktoren ausgesetzt sind, führt zu Belastungen, die häufig körperlichen Ausdruck finden, nicht nur in muskulären Verspannungen, sondern auch im Bereich der inneren Organe.
Dass wir uns gelegentlich an diese Stressoren, wie Lärm, Termindruck, wirtschaftliche Sorgen, etc. gewöhnt haben, ändert nichts am negativen Einfluss auf unsere körperliche und geistige Gesundheit.
Stress verursacht körperliche und geistige Anspannung im gesamten Körper und führt zu Verspannungen, die den Qi Fluss blockieren. Im Qi Gong erlernen Sie Techniken, diese negativen Wirkungen aufzulösen und so vielen stressbedingten Zivilisationskrankheiten vorbeugend oder gezielt therapeutisch entgegen zu wirken.
Die Vier Regulationsmethoden - Die Basismethoden
Es gibt eine Vielzahl von Qi Gong Methoden. Allen sind jedoch die drei Regulierungen gemein:
- Regulierung des Geistes
- Regulierung der Atmung
- Regulierung des Körper
Geist schließt nach dem Konzept der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) Herz und Hirn mit ein.
Im Verhältnis der drei Regulierungen steht die Regulierung des Geistes im Vordergrund.
Ziel ist es, die Großhirnrinde mit ihren vielfältigen mentalen Aktivitäten in einen Zustand des Innehaltens zu versetzen. Somit sollen alle störenden Gedanken abgeleitet werden. Die gedankliche Orientierung wird von außen nach innen verlagert. Viele Gedanken werden durch einen Gedanken ersetzt.
Durch den Zustand des Innehaltens wird die Beruhigung gefördert.
Viele Untersuchungen der modernen Stressforschungen haben ergeben, das innere Unruhe das Immunsystem angreift und die Abwehr schwächt.
Durch das Bewahren der Vorstellungskraft an bestimmten Körperarealen (Akupunkturpunkte oder Qi-Zentren) wird geistige Aktivität gebündelt.
Die Methode zur Regulierung des Geistes ist eine Methode zur Schulung der Selbstregulation, um geistige und emotionale Aktivitäten zu beruhigen, ein im westlichen Sinne "Zu-Sich-Kommen".
Das Ziel der Übungen besteht darin, das Qi zu pflegen.
Die sanfte, gleichmäßige und langsame Bauchatmung fördert die Elastizität aller an der Atmung beteiligten Muskeln.
Durch diese Atemtechnik entstehen großräumige Bewegungen des Zwerchfells, so dass die inneren Organe massiert werden. Diese Massage regt die Blut- und Qizirkulation im Körper an, fördert die Verdauung und harmonisiert Yin/Yang im Körper.
Wenn die Atmung gleichmäßig und ruhig in natürlicher Weise geschieht, wird dadurch der ganze Körper entspannt. Dies fördert die Reinigung des Gehirns, so dass störende Gedanken abgeleitet werden können.
Diese Form der Atmung reguliert ebenso das vegetative Nervensystem.
Wenn die Ausatmung gleichmäßig, sanft und lang ist, wird dadurch das parasympathische System angeregt.
Diese Form der Einatmung wirkt anregend auf den Sympathikus.
Die Harmonisierung des vegetativen Nervensystems trägt zur Stabilisierung der Gesundheit bei.
Wir kennen fast alle die Zusammenhänge von Atmung und emotionalem Befinden.
Empfinden wir Freude, Liebe oder Mitgefühl, wird die Atmung tief und unverkrampft.
Wut und Zorn lassen uns hingegen flach einatmen und heftig ausatmen. Dieser Zustand ist dann häufig noch verbunden mit Verspannungen im ganzen Körper, besonders in den Bereichen von Nacken und Kiefer.
Angst lässt uns häufig schnell, flach und unregelmäßig atmen.
Oberflächlich und sprunghaft wird die Atmung im Zustand von Kummer und Sorge.
So wie augenfällig ist, dass Atmung von Gefühlen beeinflusst wird, lässt sich auch die Gegenrichtung nutzbar machen. In dem wir bewusst auf spezielle Weise atmen, können wir unser Befinden positiv beeinflussen.
Im Übe-Zyklus der Vier-Regulations-Methoden findet sich eine Reihe von Körperhaltungsübungen, die den sogenannten Pfahlstellungen ähnlich sind.
Diese Haltepositionen dienen
- der Wahrnehmung und Stärkung der Körperstruktur
- dem Aufbau verschiedener Muskeln
- der Anregung des muskulotändinären Meridiansystems
- der Entwicklung des Gefühles für die eigene Körperstruktur
Hier geht es darum, durch beharrliches Üben, Haltung zu entwickeln und oder zu verändern.
Gerade diese Haltepositionen sind zu Beginn der Übepraxis etwas anstrengend. Sie spüren plötzlich z.B. ganz deutlich die "Last auf den Schultern". Hier liegt die Möglichkeit zur Entwicklung einer Korrespondenz zwischen innerer und äußerer Haltung.
Wenn Qi nicht frei fließen kann, dann entstehen Schmerz und Krankheit.
Gelingt es, sich im sogenannten Qi Gong Zustand mit dem Qi zu verbinden, fällt die Anstrengung weg.
Die Methode: das Innen Nähren
Bei dieser letzten Methode steht die Schulung der Vorstellungskraft Yi im Vordergrund.
Yi umfasst alle gedanklichen und emotional geistigen Aktivitäten.
Im Qi Gong bedeutet Yi das Bewahren der Vorstellungskraft in verschiedenen Körperbereichen oder in Bildern, die bestimmte Effekte erzeugen. Diese Bilder können z.B. die Beruhigung fördern oder einen bestimmten Gemütszustand (Zuversicht, Gelassenheit, innere Weite...) erzeugen.
In dieser Methode wird die Schulung der Vorstellungskraft genutzt, um mit den einzelnen Übungen spezifische Effekte zu erzielen. Ein Schwerpunkt liegt in der Entwicklung von Zuversicht und Gelassenheit. In dieser Gemütsverfassung kann Qi gepflegt werden
Herz Qi Gong - Leitbahnen und Funktionskreis bezogene Methode
Das Herz ist Sitz der geistigen Energie "Shen". "Shen" ist Bewusstheit, die Präsenz, die uns aus den Augen scheint und unser Gesicht strahlen lässt, wenn wir wirklich wach sind.
Die Herzleitbahn übernimmt in der TCM eine führende Rolle in Bezug auf den Bioenergie-Kreislauf. Die Übungen des Herz Qi Gong haben eine allgemein beruhigende und zum Teil gefäßerweiternde, den Blutruck regulierende Wirkung.
Ist die Herzenergie im Ausgleich...
- ist der Mensch offen,
- hat er eine rasche Auffassungsgabe,
- kann er sich gut ausdrücken,
- schläft er gut u.a.
Bei unausgeglichener Herzenergie wirkt der Mensch rastlos, kann nicht entspannen und zeigt sich nervös. Er schläft schlecht und hat Alpträume...
Therapeutisch unterstützt diese Qi Gong Form insbesondere
- den guten und tiefen Schlaf,
- gesunde Blutgefäße,
- die Blutdruckregulierung,
- den Herzrythmus,
- Beschwerdefreiheit im Leitbahnenverlauf (Schulter/Armbereich),
- Maßnahmen bei Entzündungen des Magen-Darmtraktes u. a.

Nieren Qi Gong - Leitbahnen und Funktionskreis bezogene Methode
Die Nieren sind die Wurzel des Lebens, sind für Wachstum und Fortpflanzung und die Entwicklung verantwortlich, beherbergen die Essenz, das Ursprungs Qi, im westlichen Sinne wohl am ehesten als Konstitution zu bezeichnen.
Andauernde psychische und physische (Über)Belastungen verzehren vor allem das Nieren Qi und fördern vorzeitige Alterungsprozesse, allgemeine Lustlosigkeit und unterschiedliche Beschwerden im gesamten Tailien- Hüft- Bereich.
Die Stärkung des Nieren Qi durch die Bewegungen des Nieren Qi Gongs unterstützt eine lebensbejahende Einstellung und kann zur Erhöhung des allgemeinen Energieniveaus beitragen.
Therapeutisch hat sich diese Qi Gong Form besonders bewährt bei
- Beschwerden im unteren Rückenbereich
- bei einigen Formen von Schlafstörungen
- Schweregefühl und Steifigkeit in den Beinen
- Störungen des Uro-Genitalbereiches
- Ängstlichkeit u.a.
Kontraindikation besteht für Menschen mit schwerem Bluthochdruck und Schwangeren.

Lungen Qi Gong - Leitbahnen und Funktionskreis bezogene Methode
Die "chinesische" Lunge bestimmt maßgeblich unsere Abwehrlage. Sie produziert das "wei-qi", das Abwehr Qi. Der emotionale Aspekt der Lunge drückt sich vor allem in dem Gefühl der Trauer aus. Antriebskraft und Mut sind bei einem geschwächten Funktionskreis Lunge gemindert.
Ein ausgeglichener Lungenfunktionskreis reguliert Trauer, Antrieb und Mut angemessen.
Auf physiologischer und therapeutischer Ebene trainiert das Lungen Qi Gong die Atemmuskulatur.
Es verbessert die Durchlässigkeit der Lungen und Dickdarmleitbahn und hilft somit, Beschwerden im Leitbahnenverlauf zu mindern.
In den Übungen werden die Bewegungen der Arme und des Kopfes betont. Große, wringende und dehnende Armbewegungen verbessern die Durchlässigkeit der beiden Meridiane.

Die Sechs Laute Methode
Die Sechs Laute Methode stell ein Übesystem dar, das zur Entgiftung der Organe beiträgt und den Übenden dabei unterstützt, sich von negativen Emotionen, die den Energiefluss behindern, zu befreien. Die Organe werden in ihrer Funktion gestärkt und der gesamte Organismus wird harmonisiert.
Im Sinne der Chinesischen Medizin hat das Bewusstsein seinen Sitz nicht nur im Gehirn, sondern auch in den Organen. Dort wird das Leben spendende Qi gesammelt, verfeinert und gespeichert. Auch die Emotionen haben ihren Sitz in den Organen. Bedingt durch physischen und psychischen Stress, falsche Haltungen, mangelnde Bewegung, Überanstrengungen und anderes, können im Körper Energieblockaden entstehen. Die Folgen sind Störungen der Organfunktionen wie Verspannungen, Verhärtungen und eine verminderte Leistungs- und Regenerationsfähigkeit der einzelnen Organe.
Die Übung
Im Sitzen werden Aufmerksamkeit und Atmung nach innen in die einzelnen Organe gerichtet. Die aufgelegten Hände markieren den Weg, damit der Atem die Bilder und Gedanken zum jeweiligen Organ tragen kann.
Kleine Körperbewegungen aktivieren die Energie in den entsprechenden Organleitbahnen/den Meridianen.
Mit Hilfe der Vorstellungskraft und der heilenden Laute (Zisch- und Hauchlaute, die das jeweilige Organ in Vibration bringen) werden belastende Emotionen, Bilder, und zuvor gesammelte negativen Eindrücke aus dem Körper abgegeben.
Anschließend findet ein Austausch mit den dem jeweiligen Organ zugeordneten positiven Bildern, Gefühlen und Erinnerungen statt.